Die Entstehung der Cenoten

 

Die Cenoten-Entstehung begann vor ca. 65 Millionen von Jahren

Die Entstehung der Cenoten begann vor ca. 65 Millionen Jahren, als es die Halbinsel Yucatán noch gar nicht gab. Sie befand sich unter der Wasseroberfläche und war ein wunderschön bewachsenes Korallenriff. Jeder weiß, dass verschiedene Korallen (z. B. Steinkorallen) nach oben hin wachsen, aber zeitgleich unten absterben. Dadurch werden Unterwasserlandschaften geformt wie z. B. Barriereriffe, Saumriffe oder Atolle.

Bei diesem langen Prozess hat sich hier eine ca. 2,5 km dicke Kalksandsteinplatte geformt. Als der gigantische Meteorit mit ca. 190 km Durchmesser namens „Chicxulub“ zwischen dem Golf von Mexiko und Mérida einschlug, verschob er die Erdplatten Mittelamerikas. Dabei kam die Halbinsel Yucatáns und ebenfalls Teile der Bahamas aus dem Wasser.

Eiszeiten und mehr:

Durch verschiedene Eiszeiten sank der Meeresspiegel bis zu teilweise 100 m und wurde anschließend wieder geflutet. Dieser Prozess hat mehrmals stattgefunden und jedes Mal, wenn die Halbinsel aus dem Wasser ragte, hat sich der Regen mit dem atmosphärischen Kohlenstoffdioxid verbunden.

Sobald saurer Regen auf den Kalksandstein prasselt, entsteht dabei eine chemische Reaktion, wobei der Regen sich in Kohlensäure verwandelt. Die Säure ließ den Stein langsam dahin „schmelzen“ und löste natürlich das weichste Gestein als Erstes auf. Wasser fließt bekanntlich immer zum Meer und somit entstanden Tunnel und Gänge von bis zu fast 1.000 km hier in Mexiko.

Die Cenoten-Entstehung geht noch weiter:

In der Zeit, als der Wasserstand wieder niedriger war und die Höhlen fast trocken, löste die Kohlensäure weiterhin das Mineral Kalziumkarbonat. Die Tropfen hingen für ca. 15-20 Minuten an der Höhlendecke, wobei sie als Erstes einen ganz dünnen Strohhalm formten. Dieser wurde durch einen bestimmten Tropfen dann blockiert und der Stalaktit konnte wachsen.

Wenn Überreste des Minerals dann auf den Boden einschlugen, hinterließen sie ebenfalls das Mineral und somit konnten Stalagmiten geformt werden. Zusammengewachsen nennt man sie schlichtweg Säulen. Stalaktiten wachsen ca. 1 cm in 1.000 Jahren. Der Wasserstand stieg ein weiteres Mal drastisch an und die Halbinsel wurde erneut mit Korallen bzw. Kalksandstein überzogen. Seit ca. 18.000 Jahren hat sich der Wasserstand auf heutigem Niveau eingependelt und die Höhlen liefen mit Regenwasser voll.

Die Entstehung der Cenoten

An manchen Stellen, wo das Wasser nicht bis zur Höhlendecke reichte, kollabierten die Decken aufgrund des Gewichtes des immer dichter werdenden Dschungels.

Das Regenwasser benötigt ca. 3-4 Tage, um durch das Gestein gefiltert zu werden und uns schlussendlich Sichtweiten von über 100 Metern zu bescheren. Durch die Kapillarwirkung des Salzwassers landeinwärts können wir in einigen Höhlen ab einer Tiefe von 13 bis 14 Metern ein Naturschauspiel bewundern, welches sich „Halocline“ nennt.

Diese Filtrierung ist ein wichtiger Aspekt in der Geschichte rund um die Cenoten-Entstehung.

Ein surreales Erlebnis, wobei sich Süß- & Salzwasser aufgrund unterschiedlicher Dichte und Temperatur voneinander trennen.

Wenn man durch das Süßwasser taucht, den Blick nach unten gerichtet auf das Salzwasser, kommt es einem vor, als würde man auf eine leicht spiegelnde Wasseroberfläche schauen. Durch die klare Sicht und diesen Effekt mag man manchmal fast vergessen, dass man sich gerade unter Wasser befindet.

In Yucatán gibt es bekannterweise keine Seen oder Flüsse und somit waren die Cenoten für die Maya-Kultur von wichtigster Bedeutung.

Sie glaubten, dass der Gott Chac Mool darin lebte und über Xibalba (Ort der Angst) wachen würde. Laut Geschichte wurde der Gott Chac Mool in der Dämmerung als Jaguar wiedergeboren und löste daraufhin Angst und Schrecken aus.

Die Entstehung der Cenoten
Chac Mool Steinfigur

Um diesen Gott zu besänftigen, brachten die Mayas viele Opfergaben. Von Jade über Töpfe bis hin zu lebenden Opfern. Ein anderer Gott war Kukulkan, der für die Fruchtbarkeit des Landes verantwortlich war. Leider rodeten die Mayas in der Blütezeit von Chichén Itzá so viel Wald, dass sie das Ökosystem aus dem Gleichgewicht brachten und Kukulkan die Schuld dafür gaben.

Somit endeten sie in einer langen Dürreperiode, woraufhin sie dann nur noch Monokulturen züchteten. Während dieser langen Dürreperiode, ohne große Vorkommnisse an Nahrung, ging es mit der Maya-Kultur rapide bergab.

Mythologie der Cenoten

Die Götter hatten aber auch Hilfe: die sogenannten Alux (Geister des Lichtes). Sie rauschten, laut Legende, um Punkt 17:00 Uhr durch die Cenoten und löschten jedes Licht aus. Da die meisten Cenoten bis heute noch Privateigentum von sehr gläubigen mexikanischen Familien sind, glauben sie natürlich an diese Geschichte und die meisten Cenoten sind um 16:59 Uhr geschlossen.

Bis heute bieten die Cenoten eine wunderschöne Flora und Fauna außerhalb sowie innerhalb des Wassers. Verschiedene Pflanzen- und Tierarten finden hier ihr Zuhause.

Natürlich müssen die Bewohner des Dschungels auch an die einzige Frischwasser-Ressource, um sich dort mit Flüssigkeit zu versorgen.

Daher wollen wir die Natürlichkeit dieser Plätze bewahren. Getreu dem Tauchermotto:

„Leave only Bubbles“ verhalten wir uns wie Besucher an diesen mysteriösen Stätten der Mayas.

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